Von der Elbe bis zur Isar – immer wieder FCN

1. FC Nürnberg - Erzgebirge Aue

So hallte es minutenlang durch das recht leere Stadion in Nürnberg, als Cedric Teuchert das viel umjubelte 2:1 für den Club erzielte – noch dazu in Unterzahl. Der Club besann sich nach dem gerechtfertigten Platzverweis für Patrick Kammerbauer, der gegen Pascal Köpke die Notbremse zog auf die guten, alten Tugenden, von denen im Fußball im wieder gesprochen wird: Wille, Einsatz, Kämpfen – all das vereinte der Club in den gut 40 Minuten Unterzahl.

Der (vorzeitige) Klassenerhalt ist nun zum Greifen nah – und das dank Cedric Teuchert, der nach seiner Einwechslung (57. Minute) gleich ein paar gute Aktionen hatte, ehe er 8 Minuten vor dem Ende einen Konter veredelte: Einen langen Ball von Behrens bekommt er zwar an den Rücken, könnte aber trotzdem den Ball so verarbeiten, dass er einen Gegenspieler übelraufen und an Torwart Männel vorbei einschieben konnte. Das mit rund 25.000 Menschen gefüllte Stadion war richtig laut und feierte den Torschützen und die Mannschaft in der Folgezeit mit Schlachtrufen wie „Von der Elbe bis zur Isar – immer wieder FCN“ – und das obwohl die Blöcke der sogenannten „Hardcore-Fans geschlossen blieben, nach wiederholten Zuschauerausschreitungen. Somit waren zumindest offiziell die Ultras UN94 und auch die Banda di Amici von dem Spiel ausgeschlossen – und es tat der Stimmung keinen großen Abbruch – das wäre ja evtl. sogar eine Dauerlösung – ohne diese selbstdarstellenden Gruppierungen in der Nürnberger Ultra-Szene.

Freilich muss man sagen, dass die ersten 45 Minuten eher ruhig verlaufen sind, auf dem Spielfeld, wie neben dem Spielfeld – aber damit kann man sich dann durchaus arrangieren. Erst das 1:0 durch den zur Zeit formstarken Tobias Kempe (nach Vorlage Kevin Möhwald) brachte Stimmung ins halbleere Achteck, die Führung war zwar nicht schmeichelhaft, aber vollkommen verdient war sie nicht. Nürnberg nutze eben einen Abwehrfehler der Gäste aus dem Erzgebirge.

Nach dem Wechsel ging es schnell hoch her: In Minute 49 kann der Auer Stürmer Pascal Köpke nach einen Steckpass quasi alleine aufs Tor zulaufen und wird dann von Patrick Kammerbauer per Notbremse aufgehalten – die rote Karte war gerechtfertigt, genauso wie der Freistoß aus aussichtsreicher Position – ca. 18 Meter mittig vor dem Tor. Zu allem Überdruss für den Club zirkelte Mario Kvesic das leider über die Mauer ins Tor zum 1:1-Ausgleich. Es schien zu kommen, wie es kommen musste: Der Club in Unterzahl und mit dem Nackenschlag des Ausgleiches als Pfand. Es lief darauf hinaus dass es einen weiteren Rückschlag geben würde im Kampf um den Klassenerhalt. Aber es sollte anders kommen.

Der Club zeigte von nun an Willen, Einsatz, Laufbereitschaft, er kämpfte, fightete, biss – und belohnte sich indem er über lange Phasen das Spiel vom eigenen Tor weghalten konnte – ganz im Gegenteil: Nach der Einwechselung von Cedric Teuchert hatte der Club sogar die besseren Chancen als Aue. Aber das erlösende Tor wollte vorerst nicht fallen.

Cedric Teuchert jubelt über den Sieg

Cedric Teuchert jubelt über den Sieg – Knuddelopfer ist Djakpa

Die Kiste machte dann eben dieser Teuchert kurz vor Spielende, anschließend war es dann doch eine Abwehrschlacht mit sporadischen Kontern, die durchaus auch für die endgültige Entscheidung hätten sorgen können, so blieb es bis zum Schlusspfiff spannend – aber mit dem glücklicheren Ende für den Club.

Diese 3 Punkte bringen das Punktekonto des Clubs nun auf 38 Punkte – somit sind es aktuell 8 Punkte Vorsprung auf Arminia Bielefeld und den Relegationsrang – allerdings natürlich aktuell bei einem Spiel mehr. Aber um zum Ende zu kommen: Diese 3 Punkte sind ein enormer Befreiungsschlag und ist eben schon zu 95% der Klassenerhalt.