Trennungsschmerz – ein Hilfeschrei ?!

Es ist wohl eines der schlimmsten Momente in einer Beziehung, wenn urplötzlich der Partner einem mitteilt, dass es vorbei ist. Und je länger eine Beziehung andauerte, je länger man verheiratet ist, und am Ende noch Kinder im Spiel sind, desto schlimmer wird es, wenn es so unvermittelt kommt, wie es mir passiert ist. Ich verliere gerade den Boden unter meinen Füßen, finde kein Halt – dieses Gefühl dauert noch schon gut 2 Wochen an und ich kann es immer noch nicht begreifen wie man so schnell und einfach, ohne mit dem Partner zu sprechen, eine Ehe, eine Familie und vieles andere Gemeinsame so mit dem Füßen treten kann und unvermittelt einen Schlussstrich ziehen kann.

Angefangen hat alles im Oktober des Jahres 2003, die Beziehung stand zwar nie auf soliden Füßen, da es schon immer Ungereimtheiten gab, aber die Liebe war schnell gefunden und von meiner Frau und mir verinnerlicht, auch wenn ich es nie zeigen konnte und wollte – es gab nie Blumen zum Valentinstag oder dergleichen – ich empfand es in der Beziehung damals nicht als nötig – entgegen meinem Naturell – kleine Aufmerksamkeiten zu schenken, vorneweg: dies hielt bis zur Trennung so an.

Sie brachte eine kleine wunderbare Tochter mit in die Beziehung, die ich sehr gerne annahm und versuchte zu erziehen, doch schon von klein an, hatte ich Akzeptanzprobleme von ihrer Tochter, da es die Mutter ja auch vorlebte mit wenig Respekt mir gegenüber zu verhalten. Ich konnte das abhaben, und akzeptierte es so. Dennoch trennten wir uns kurzzeitig, als wir wieder zueinander fanden, war auch schon bald das Produkt der Liebe vorhanden. Unsere erste gemeinsame Tochter wurde geboren, zwei Jahre später dann unser Sohn. Ein viertes Kind stand zur Debatte, wurde aber von mir eher abgewimmelt, da ich den aufkeimenden Stress zwischen meiner Frau und mir erst geklärt haben wollte. So blieb es dann bei diesen drei wunderbaren Kindern von einer wunderbaren Frau. Das war auch der Grund unserer Heirat am 20.10.2010.

Unzufriedenheit wächst

Trotzdem ist in dieser Zeit einiges vorgefallen, was uns beiden nicht so gefallen hat: Ich habe ihr einige Dinge gesagt, die ich heute nicht mehr sagen würde, dies habe ich auch in Regelmäßigkeit getan, diese waren sicherlich sehr verletzend, trotzdem waren sie nur eine Art Schutz vor ihr, da sie mich ständig und dauerhaft verbal angegriffen hatte. Die Unzufriedenheit wuchs enorm, auf beiden Seiten. Wir entschlossen uns dann zu einer Eheberatung zu gehen, diese fruchtete auch teilweise, und es wurde wieder besser. Trotzdem fehlte die Vertrautheit mir gegenüber, ich empfand es immer als „distanziert“. Alltagszärtlichkeiten waren Mangelware von meiner Seite, konnte ich ihr das doch seltenst geben, da immer wieder Sachen vorgefallen sind, die ich erst geklärt haben wollte. „Sachen“ klingt erstmal für den Außenstehenden schlimm, aber es waren eher kleiner Sache, wie Anschreien der Kinder oder Anschreien und Beleidigen des Ehemannes ohne Grund – also zumindest wenn man es neutral betrachtet – subjektiv hatte sie schon so einen sehr ausgeprägten Kaprizenschädel und empfand dies als gerechtfertigt in den meisten Situationen. So entspannte sich die Lage nicht weiter, und nach einiger Zeit der Besserung nach der Eheberatung ging es wieder bergab.

Geheimer Pakt unter Freundinnen

Die mittlere Tochter ist inzwischen auf einer weiterführenden Schule, hatte aber dann sehr große Probleme – nicht schulisch – bekommen, was zur Folge hatte dass unser aller Aufmerksamkeit auf ihr lag, in dieser Zeit vergaß ich noch mehr wie zuvor mich um meine Frau zu kümmern, habe auch die Signale nicht erkannt, falls sie denn überhaupt zu mir gesendet wurden, ich kann mich nur an ganz wenige erinnern. Es ergab sich, dass meine Frau mit Freundinnen über ihre Probleme sprach, so weit so normal so gut, nur es manifestierte sich wohl daraus, dass sie den Weg Richtung Trennung gehen wolle, da sich in der Ehe so wie so nichts ändern würde. Aber von alledem wusste ich nichts, habe nie was erfahren, eben bis nach der Trennung. Die Frage die ich mir hier stelle: Ist es normal, dass man einer Freundin zuhört, aber ihr nicht in den Arsch tritt, dass sie gefälligst deutlich mit ihrem Ehemann reden soll? Und sollte das nicht funktionieren, dass man sich direkt an den Ehemann wendet um „Unheil“ abzuwenden? Also, ich würde das auf jeden Fall machen bei einem besten Freund, denn es geht nicht nur immer nur um das Zuhören, sondern auch mal darum das Richtige zu tun und einzugreifen. Aber angeblich stehe ich da allein dar mit der Meinung. Naja, ich kenne die Freundinnen auch, es ist nicht so, dass sie einem Unbekannten das hätten unterrichten müssen. Unabhängig davon hätten sie ihrer Freundin doch raten sollen, mit dem Ehemann klar und deutlich zu sprechen. Aber irgendwie kommt es mir so vor, als würde meine Frau das alles nicht haben wollen, sondern einfach nur raus wollen?! Oder eben auch nicht, ich kann mir das nicht erklären. Es kommt mir so vor, als hätte meine Frau schon vor einem Jahr beschlossen die Ehe zu beenden und dies immer nur mit den Freundinnen durchgesprochen, da stand nie zur Debatte, was man tun könnte, um die Ehe wieder zu erhalten. Ich sehe hier einen enormen Egoismus, für die Kinder tut es mir unendlich Leid, aber ich kann daran jetzt nichts mehr ändern, hätte ich das nur vorher gewusst, hätte mich nur jemand vorher mal angesprochen, hätte meine Frau nur einmal rechtzeitig sich mit mir unterhalten.

Die Eheringe von meiner Frau und mir.

Die Eheringe von meiner Frau und mir.

Wenn der Postmann zweimal klingelt – der Neue ?

Und zu allem Überfluss ist es so, wie ich nachher erfahren habe, dass ca. 3-4 Wochen vor Beendigung der „Postbote“ ins Spiel kam, der schon seit 2 Jahren aus- und einging am Arbeitsplatz meiner Frau, der dann eben näher in Kontakt trat mit ihr, wohl von ihr aus, per WhatsApp , aber er wusste auch genau, dass sie verheiratet ist und hat es trotzdem zugelassen. Mit Sprüchen wie in etwa diesen hier „Für Dich habe ich jeden Zeit der Welt“, oder „Ich warte auf Dich auch sehr, sehr lange“, „Mit mir kannst Du über alles reden“ etc. ist eine Frau natürlich gleich geschmeichelt, aber nun gut, drei Dates nach der Trennung später, soll ich immer noch denken, dass sie sich „nur“ gut versteht mit ihm … Für mich ist er, der bereits vor 2 Jahren durch die Tür in den Laden eintrat, und seit einigen Monaten mit ihr in Kontakt ist, ein Mensch der hinterhältigsten Sorte, denn wäre ihm wirklich nur an einer Freundschaft gelegen, hätte auch er sagen können, sie soll das mal mit mir klären. Aber die eigene, persönliche Geilheit schaltet natürlich auch die letzte Gehirnzelle aus. Meine Frau meinte dazu nur, dass er „ganz anders“ ist, wie die anderen – naja, klar, kompletter Mund war umschmiert mit Honig, da kann man auch nichts anderes sagen.

Keine Liebe mehr

„Die Liebe ist weg“, „ich habe Dich noch lieb“, „ich mag Dich“, solche Sprüche darf ich mir anhören, nach 15 Jahren Beziehung, und einem Jahr, wo sie mir so ziemlich alles verheimlicht hat, was in ihrer Gefühlswelt umher ging. Sie glaubte nicht daran, dass sich was ändern könnte, dass ich mich ändern könnte, man merke sich: Sie hat trotzdem weiter beleidigt und geschimpft auf die Kinder und mich – und ich habe Sie trotz alledem noch geliebt. Aber reden, aufrichtig und ehrlich sein, das hatte sie mir gegenüber verlernt, leider.

Was nun und wie soll es weitergehen?

Ich bin ziemlich fertig mit der Welt, weiß nicht wie es weitergehen soll, kann mich kaum in der Arbeit konzentrieren, schlafe schlecht bis gar nicht. Alles mit dem Wissen, dass meine Frau so lange so unehrlich zu mir war und der „Point of No Return“ scheinbar überschritten ist. Ich habe ihr eine knappe Woche gezeigt, wie ich wirklich sein kann, wenn sie es nur jemals zugelassen hätte, aber sie glaubt es mir natürlich nicht, verstehe ich auch irgendwie nach 15 Jahren, trotzdem traurig. Was passiert mit den Kindern? Was mit dem Haus? Wer zieht aus? Die Kinder müssen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, ich arbeite Vollzeit, also muss ich quasi raus, aus meiner Umgebung, in der ich von klein auf mehr oder minder immer gelebt habe. Alles nur, weil meine Frau verlernt hat, mit ihrem Ehemann ehrlich umzugehen und über Probleme zu sprechen. Da wird dann eher immer noch das Negative hervorgebracht: Keine Gemeinsamkeiten, keine gemeinsamen Hobbys, etc. Sie ist sehr gut darauf vorbereitet, sucht immer nur die negativen Aspekte – diese werden groß geredet – die positiven Aspekte werden klein gehalten und untergraben. Hauptsache es kommen keine Gefühle mehr auf, vermutlich wegen dem Postboten. Meine Frau ist auch so ein Beziehungsmensch, sie hüpfte schon immer mehr oder weniger von Beziehung in Beziehung – das wird dann den nächsten schmerzhaften Einschnitt bedeuten, wenn sie dann mit dem Postboten oder irgendjemand anderen eine Beziehung eingeht, bzw sagen wir mal so: „Öffentlich bekannt macht“ ….

Im Moment nehme ich Schlaftabletten, um überhaupt mal ein paar Stunden am Stück schlafen zu können, eigentlich verpöne ich solche chemischen Bomben, doch im Moment bin ich dankbar und froh über deren Existenz. Ich leite aktuell gerne und viele Hockey- und im Moment Fußballspiele als Schiedsrichter, dies sind einige der wenigen Momente, an denen ich in der Tat mal den Kopf entspannen lassen kann, weil ich wirklich mal auf etwas anderes fokussiert bin. Dies geht zwar erst ca 5-10 Minuten vor Spielbeginn los und hört schon 5-10 Min nach Spielende auf, aber es ist im Moment wie eine Wohltat und tut so gut – und interessanterweise habe ich nur wenige bzw keine Klagen über schlechte SR-Leistungen erhalten, ganz im Gegenteil. Ein kleiner Lichtblick…
Schlimm ist es trotzdem, die Sturköpfigkeit meiner Frau bringt sie am Ende noch dazu, dass sie wieder Dinge tut, die sie besser nicht tun sollte. Sie will nicht über die Nutzung des Autos (welches sie scheinbar benötigt) reden und „verhandeln“, lieber mit dem Postboten was unternehmen. Kann ich ja irgendwie verstehen, aber auch eben irgendwie nicht, so muss sie nun Bustickets etc. kaufen, was deutlich teurer ist usw.

Vielleicht füge ich nochmal was hinzu, ich sage nur 5.630 Tage ziehen an mir vorbei wie im Flug, und ich frage mich im Nachhinein, ob all die 5.630 Tage für die Katz waren? Sie hat mir immer und immer wieder Glauben gemacht, dass ich der sei, mit dem sie alt werden wollte, und dann sowas … Wäre ich nur nicht so blind vor Liebe gewesen die ganze Zeit, sondern hätte es ihr auch einfach mal gezeigt. Ja es lief nicht alles rund und im letzten Jahr viel unrunder, aber diesen Schritt kann ich (im Moment) so nicht nachvollziehen. Ich habe mich trotzdem darauf eingelassen und mich fallen gelassen, wollte mit ihr bis ans Ende meiner Tage verweilen. Doch dann muss der Postmann evtl. ein ganz besonderes Paket abgeliefert haben …

Natürlich ist das eine rein subjektive Betrachtung, doch ich habe dabei versucht, so objektiv wie möglich zu beleuchten. Einige intime Details habe ich natürlich absichtlich außen vor gelassen. Vermutlich liegt der Bärenanteil an der ganzen Misere an mir, trotzdem fühlt man sich in einem solchen Moment mehr als nur einsam.

Evtl kommt mal ein Update, mal sehen wie ich Lust darauf habe. Aber nun ist der Punkt erreicht, an dem ich wohl wieder öfter hier schreiben werde …

Zum Abschluss noch ein wunderbares Zitat von Audrey Hepburn:

„Die Schönheit einer Frau liegt nicht in der Kleidung, die sie trägt, der Figur, die sie hat, oder der Art, wie sie ihr Haar trägt.
Die Schönheit einer Frau ist in ihren Augen zu sehen, denn das ist die Tür zu ihrem Herzen, der Ort, wo die Liebe wohnt. Wahre Schönheit in einer Frau spiegelt sich in ihrer Seele wider. Es ist die Fürsorge, die sie liebevoll gibt, die Leidenschaft, die sie zeigt und die Schönheit einer Frau wächst nur mit den Jahren.“

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