Saisonende: Bayern wieder Meister – HSV gerettet

Bundesliga: Die Meisterschale

Der VfB Stuttgart steigt wieder auf, zusammen mit Hannover 96, die Relegation wird ein Niedersachsen-Derby: der Bundesligist VfL Wolfsburg trifft auf Eintracht Braunschweig. In der zweiten Liga, muss Karlsruhe und die Würzburger Kickers runter, ein interessantes Relegationsderby um den letzten verbliebenen Platz in Liga zwei gibt es obendrein: die Münchner Löwen messen sich hier mit Jahn Regensburg, die ihrerseits den Durchmarsch von der viertklassigen Regionalliga Bayern in die zweite Bundesliga schaffen wollen.

Und 1860 München hat ja schon eine gewisse Relegations-Erfahrung, des ist sicherlich von Vorteil für die Münchner, doch ob das hilft? Das Damokles-Schwert der Relegation ist dieses Jahr am Hamburger SV vorüber gegangen, wenn auch nur knapp: Im letzten Spiel bezwangen die Hanseaten eben den VfL Wolfsburg mit 2:1 und schickten genau sie in die Relegation und schafften ihrerseits durch das Tore zwei Zeigerumdrehungen vor dem Ende durch Waldschmitt den direkten Klassenerhalt: Ob verdient oder unverdient spielt dabei keine Rolle – viele wünschen dem Hamburger SV durchaus auch mal das ein oder andere Jahr in Liga 2 – wohl aufgrund der extremen Hochnäsigkeit des Vereins, der Zuschauer und deren Sippschaften.
Oben blieb alles beim Alten: die Bayern holten ihren 27. Titel, was aber neu war, ist dass Dortmund nicht Vize-Meister wurde, dass Leverkusen, Schalke, Gladbach allesamt die internationalen Plätze verpassten. Dafür rückte der Aufsteiger Rasen Ballsport Leipzig und die TSG Hoffenheim nach: Diese 4 sind es die die deutschen Fahnen in der Champions League vertreten werden, wobei Hoffenheim noch den Weg über die Qualifikation gehen muss – hier wird aller Voraussicht nach aber ein extrem schwerer Gegner warten, den Hoffenheim wird mit nahezu 100%-iger Sicherheit in den Topf der ungesetzten Teams kommen: Es könnte dann in der Qualifikation zu Entscheidungsspielen beispielsweise gegen FC Liverpool, FC Sevilla oder auch den SSC Neapel kommen – die Wahrscheinlichkeit auf einen dieser drei Gegner zu treffen wären dann deutlich über 50% – ich bin nicht sicher aber müsste sogar bei 60% liegen. Und ich denke mal, da täten sich die Kraichgauer schon schwer – aber mal sehen – und: Im Falle des Ausscheidens würden sie immerhin in der Europa League starten dürfen.

Europa League – Ohje …

Und genau in diese Europa League könnte kommende Saison aus deutscher Sicht desaströs werden: Der 1. FC Köln – nicht sicher ob mit oder ohne Anthony Modeste – international unerfahren, Hertha BSC Berlin – im letzten Jahr gegen Bröndby Kopenhagen in der Qualifikation desaströs ausgeschieden und dann noch der SC Freiburg oder Eintracht Frankfurt. Sollte Frankfurt den Pokal gewinnen, steigen sie direkt in der Gruppenphase ein und die Hertha muss wieder die Qualifikation spielen – hoffentlich nicht gegen Bröndby, Freiburg wäre dann raus. Sollte Dortmund Pokalsieger werden, würde Freiburg die Europa League Qualifikation spielen, und Hertha BSC wäre direkt in der Gruppenphase. Unumwunden, egal bei welcher Konstellation würde ich sagen, dass das deutsche Starterfeld für den internationalen Wettbewerb in der kommenden Saison, von den Bayern und Dortmund vielleicht abgesehen, es sehr schwer haben wird Punkte für die Fünfjahreswertung zu sichern, gerade die Europa-League wird enorme Probleme bereiten können. Aber: Schalke, Gladbach, Leverkusen sind ja selber Schuld – von Wolfsburg will ich gar nicht reden, die steigen ja vielleicht noch ab …

Absteiger Darmstadt und Ingolstadt

Zusammen aufgestiegen, zusammen abgestiegen – so in etwa sieht es mit den beiden feststehenden Absteigern aus: Darmstadt 98 hat genauso wie der FC Ingolstadt das zweite Jahr in der ersten Bundesliga nicht überlegt und muss wieder den Gang ins deutsche Fußball-Unterhaus antreten. Wobei man beiden Mannschaften durchaus Respekt zollen muss: Sie haben trotz teilweiser aussichtsloser Situation immer versucht die Spiele zu gewinnen. Auf jeden Fall war da sin vielen Fällen angenehmer anzusehen als dieser sogenannte „Rumpel-Fußball“ den der HSV über weite Strecken gespielt hat. Dieses Zitat „Rumpel-Fußball“ des HSV greife ich nur auf, weil es eigentlich den Punkt ganz gut trifft.

Langeweile Bundesliga

Ansonsten ist nicht viel zu sagen, außer dass es gefühlt immer langweiliger wird sich die Fußballspiele anzusehen, nicht zwingend wegen der Bayern-Dominanz, sondern wegen den vorhersehbaren Aktionen, immer mehr Taktik, weniger Instinkt, es wir gefühlt langweiliger. Und dafür muss mehr gezahlt werden: Entweder im Stadion oder am Fernsehgerät. Ausnahme hier ist die SpVgg Greuther Fürth, die ihre Dauerkarten-Preise für die kommende Saison teilweise drastisch reduziert hat – da muss man sich fast überlegen eine zu kaufen, obwohl man nicht zwingend deren Anhänger ist – aber man ganz ordentlichen Fußball zu einem nahezu fairen Preis sehen kann.

Der Club

Hingegen kann man zum fränkischen „Vorzeigeverein“ nicht mehr viel sagen: Schlechte Spiele, überteuerte Preise, ein enormes Ultra-Problem – was bleibt da übrig? Als Franke ist das eine reine Schande wenn man sich das ganze vor Augen führt. Kurzzeitig noch im Abstiegskampf gewesen, dann aber doch recht souverän die Klasse gehalten, bleibt zu hoffen, dass endlich auch mal beim Club ein klarer Umbruch stattfindet und diese überteuerten Spieler von der Gehaltsliste gestrichen werden.

1. FC Nürnberg - Hannover 96: Die Clubfans waren brav!

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Liga 2 – absehbar

Im Nachhinein betrachtet war es absehbar, dass Stuttgart und Hannover den direkten Wiederaufstieg schaffen, auch wenn es hier und da mal kurzzeitig danach aussah als könnten sie Probleme bekommen. Insofern war es oben rum doch auch eher langweilig, genauso wie hinten rum – im Ganzen betrachtet, wobei es extremst schade für die Würzburger Kickers ist, die eine so wunderbare Hinrunde gespielt haben und denen dann die Luft ausgegangen ist und leider direkt absteigen müssen. Bleibt irgendwie zu hoffen, dass sie von 1860 München nach unten begleitet werden, den das ganze Kasperl-Theater mit dem Investor Ismaik und seiner Kapriolen, wie beispielsweise im Heimspiel gegen St Pauli, sowas hat nichts zu suchen im Profifußball. Schade wär es zwar für den Traditionsverein, aber wer so seine Seele verkauft, muss halt auch mal mit solchen Aussagen leben können.

Vorfreude ?

Eher nein – im Moment kann ich mich noch nicht für die nächste Saison begeistern. Ich hoffe erstmal auf dass ich gefallen an den Relegationsspielen finde und hoffe zudem dass Real Madrid von Juventus Turin in die Schranken gewiesen wird, aber Vorfreude auf die kommende Bundesliga-Saison besteht im Moment absolut noch nicht. Auch dieser Confed-Cup ist sowas von uninteressant, wohl auch für den DFB eher ein lästiges Übel, aber nun gut, nicht was man zwingend sehen muss. Ich bin gespannt, wie meine Laune da weiter geht ..