Der Fall Nils Petersen

SC Freiburg

Das Urteil des DFB-Bundesgerichtes kann unabsehbare Folgen für die Schiedsrichter haben, nicht nur für die in der Bundesliga, sondern runter bis in die Jugend-Altersklassen. Es ist für das Schiedsrichterwesen eine Ohrfeige, aber zurecht ist die Frage?

Kurz gesagt: Ein Spieler muss mitbekommen, wenn er verwarnt wird. So weit so gut. SC Freiburg’s Spieler Nils Petersen hat es scheinbar nicht mitbekommen und somit erlangte die gelbe Karte keine rechtskräftige Gültigkeit. In Folge dessen wurde dann ja bekanntlich die Sperre aufgrund der dann zu unrecht gezeigten zweiten gelben Karte wieder aufgehoben. Im ersten Moment dachte ich, ok, klasse Urteil, Spieler hat es nicht mitbekommen, also alles gut. Aber die Folgen sind weitreichend: Was ist nun wenn ein Spieler dann absichtlich nicht mehr reagiert und einfach jedem Kontakt des Schiedsrichters aus dem Weg geht um evtl eine Karte zu vermeiden? Klar, würde jetzt jeder sagen: Dann muss der Schiedsrichter solange unterbrechen bis er es getan hat, steht im auch zu, aber was wird das dann für ein „Kasperlestheater“ ? Ich sehe dann schon die Gelb-Gelb-Roten Karten, wegen zum einen des Vergehens und dann in Folge wegen der Unsportlichkeit die Verwarnung nicht im Empfang zu nehmen – und das ist es meiner Meinung nach auch, was passieren wird, dass es eine Vielzahl an gelb-roter Karten hageln wird – nicht in der Bundesliga, sondern eher in den (unteren) Amateurligen, weil eben der kleine Amateurfussballer denkt, dass er der Verwarnung aus dem Wege gehen kann … Vielen Dank, rechtlich von mir aus richtig, moralisch sehr bedenklich.

Schiedsrichter-Pfeife

Schiedsrichter-Pfeife

Falsche Kommunikation des Schiedsrichters

Schiedsrichter Tobias Stieler, der die gelbe Karte nicht korrekt gezeigt hatte, ist einer der deutschen Top-Schiris, was soll der kleine Schiedsrichter in der Bezirksoberliga oder Kreisklasse dann machen? Stieler hatte dem Spieler Nils Petersen sogar noch einen leichten Druck in den Rücken gegeben, aber er wollte die Karte nicht sich zeigen lassen. Das nächste Mal dann eben: Gelb für das Vergehen und Gelb-Rot für die Unsportlichkeit des Wegdrehens. Anders verstehen es scheinbar die Spieler nicht.

Gelb Rote Karte

Gelb Rote Karte

Grundsätzliches Problem

Das problem ist aber auch noch anders gelagert: Wenn man sich die Verwarnungen in der Fußball-Bundesliga, in der Premiere League, in La Liga und der Champions League und so weiter mal ansieht: In den meisten Fällen sind die Verwarnungen falsch kommuniziert an die Spieler, nur die wissen in der Regeln schon wenn der Schiri zwei- dreimal laut pfeift und den Spieler berührt, dass es die Verwarnung gibt und ein Nils Petersen macht nun auf unschuldig… Sorry, kein Verständnis für Petersen. Aber trotzdem: Auch die Schiedsrichter sind nun aufgefordert, die Verwarnungen korrekt zu kommunizieren, so dass jedem ganz klar ist, dass er jetz die gelbe Karte sieht. Und wenn er das nicht will, muss er die Ampelkarte direkt dahinter bekommen … Vielen Dank Nils Petersen!